Rückkanal: was zurückkommt, wenn eine Mail nicht ankommt (Pro)
Pro-Version. Diese Funktion gehört zur Pro-Version von Mail Log. Was die Free-Version kann, steht unter Free-Version und Pro-Version.
Eine E-Mail, die Ihr Mailserver angenommen hat, ist damit noch nicht zugestellt. Der Server des Empfängers prüft erst danach, ob es die Adresse überhaupt gibt und ob er die Nachricht haben will. Lehnt er sie ab, schickt er eine Meldung zurück — an das Postfach Ihrer Absenderadresse. Dort liest sie in aller Regel niemand.
Genau dieses Postfach holt die Pro-Version ab. Sie wertet aus, was darin liegt, ordnet jede Meldung ihrer ursprünglichen Nachricht zu und zieht daraus Folgen — siehe das Kapitel Sperrliste.

Was Mail Log unterscheidet
Die letzte Zeile ist Absicht. Eine Meldung, die Mail Log nicht versteht, ist kein Beweis für irgendetwas — daraus eine Sperre abzuleiten, hieße beim ersten fremden Postfachinhalt echte Empfänger auszuschließen.
Das Postfach einrichten
Öffnen Sie Optionen → Rückkanal → Postfach.

INBOX ist der Posteingang.
Nach dem AbrufenWas mit einer verarbeiteten Meldung geschieht:
löschen, liegen lassen oder in einen Ordner verschieben. Verschieben können nur
IMAP-Postfächer.
Höchstzahl je LaufWie viele Nachrichten ein Lauf holt. Ein
Postfach mit Tausenden alter Meldungen liefe sonst in die Zeitgrenze und finge beim nächsten
Mal wieder von vorn an.
AbholrhythmusWie oft abgeholt wird. Die passende Aufgabe im
Aufgabenplaner legt Mail Log beim Speichern selbst an — siehe unten.
ZustandKein Feld, sondern eine Auskunft: ob der Abruf
wirklich läuft, wann er zuletzt lief und wann er wieder dran ist.
Warum die Zugangsdaten nicht zweimal erfasst werden. Wer über einen Anbieter verschickt, holt dort in aller Regel auch ab: dasselbe Konto, dasselbe Passwort, nur ein anderer Rechner und ein anderes Protokoll. Ein zweites Mal eingetippt wäre es vor allem eine Fehlerquelle — beim nächsten Passwortwechsel ändert man eine Stelle und vergisst die andere, und der Abruf scheitert still.
Deshalb nimmt Mail Log ab Werk die Zugangsdaten des Versands und speichert gar kein
zweites Passwort. Server, Anschluss und Verschlüsselung bleiben eigene Felder,
denn die unterscheiden sich wirklich: smtp.example.net:587 zum Verschicken,
pop.example.net:995 zum Abholen. Sie zu erraten wäre bequem und falsch.
Verschickt Ihre Website gar nicht über SMTP, sondern über PHP mail oder Sendmail, gibt es nichts zu übernehmen. Der Verbindungstest sagt das und verweist auf die eigenen Felder.
Unter Auswertung steht außerdem Rückmeldung vollständig speichern. Ist die Option an, legt Mail Log die eingegangene Meldung zusätzlich im Original ab — hilfreich, wenn eine Meldung nicht richtig erkannt wurde. Eine Rückmeldung trägt die ursprüngliche Nachricht mit sich; sie wird deshalb genauso verschlüsselt wie die Rohfassung des Versands, sobald Sie im Abschnitt Vollständige Nachricht die Verschlüsselung eingeschaltet haben.
Woher weiß der fremde Server, wohin er antworten soll?
Aus der Nachricht selbst — und zwar nicht aus dem sichtbaren Von, sondern aus dem
Umschlagabsender. Jede E-Mail hat zwei Absenderangaben: die im Briefkopf, die Sie
und Ihre Empfänger sehen, und die im Umschlag, die nur zwischen den Mailservern verhandelt wird.
Unzustellbarkeitsmeldungen gehen immer an den Umschlagabsender. In der zurückkommenden Meldung
steht er als Return-Path.
Joomla setzt beides auf dieselbe Adresse: die Absender-E-Mail aus System → Konfiguration → Server → E-Mail. Es muss also nichts eingestellt werden, damit die Meldungen ankommen — sie landen im Postfach Ihrer Absenderadresse. Genau dieses Postfach tragen Sie oben ein.
Eine Ausnahme, die Sie kennen sollten: Viele Mailanbieter ersetzen den Umschlagabsender durch das Konto, mit dem sich Ihre Website beim Versand anmeldet. Dann kommen die Meldungen dort an und nicht bei Ihrer Absenderadresse.
So finden Sie es sicher heraus: Lassen Sie sich eine Mail von Ihrer Website schicken und
sehen Sie im empfangenen Exemplar die Kopfzeile Return-Path an — das Postfach
dieser Adresse ist das richtige.
Warum Mail Log kein eigenes Bounce-Postfach vorschlägt. Ein getrenntes
Postfach nur für Rückmeldungen wäre schöner: Mail Log könnte darin aufräumen, ohne je an Ihre
Kundenpost zu geraten. Dafür müsste der Umschlagabsender ein anderer sein als das sichtbare
Von — und dafür hat Joomla keine Einstellung. Die Absenderadresse einfach auf
bounce@… zu ändern wäre der falsche Weg: Dann stünde diese Adresse in jeder Mail
Ihrer Website, und wer antwortet, schriebe an den Papierkorb.
Wenn Ihr Anbieter den Umschlagabsender ohnehin ersetzt (siehe oben), haben Sie das getrennte Postfach bereits — es ist das des Versandkontos.
Prüfen, ob die Zugangsdaten stimmen
Unter den Feldern steht Verbindung testen. Der Knopf probiert die Angaben aus, die gerade im Formular stehen — auch ungespeicherte. Geprüft werden Verbindung, Verschlüsselung, Anmeldung und, bei IMAP, der Ordner. Gemeldet wird außerdem, wie viele Nachrichten im Postfach liegen: Eine Null, wo Hunderte stehen müssten, heißt meist, dass das falsche Postfach eingetragen ist.
Abgeholt, gelesen oder gelöscht wird beim Test nichts.
Wie oft abgeholt wird
Abgeholt wird nur, wenn eine geplante Aufgabe das anstößt — Joomla ruft von sich aus nichts ab. Darum kümmert sich Mail Log selbst: Sobald Sie den Abruf einschalten und speichern, legt es im Aufgabenplaner die Aufgabe Mail Log: Rückmeldungen abholen an, mit dem Takt, den Sie unter Abholrhythmus gewählt haben. Ändern Sie den Takt, zieht die Aufgabe beim nächsten Speichern nach. Schalten Sie den Abruf ab, wird sie deaktiviert — gelöscht wird sie nie, Ihre Einstellungen bleiben erhalten.
Das Feld Zustand darunter sagt jederzeit, woran Sie sind. Es unterscheidet die vier Fälle, die sonst alle gleich aussehen — nämlich nach nichts:
Der Aufgabenplaner muss laufen. Joomla führt geplante Aufgaben nicht von selbst aus — es braucht entweder einen Cron-Aufruf auf dem Server oder die Einstellung Lazy Scheduler, die Aufgaben beim Besuch der Website mitlaufen lässt. Steht die Aufgabe da und geschieht trotzdem nichts, liegt es fast immer hieran. Wie die Ausführung eingerichtet ist, sehen Sie unter System → Geplante Aufgaben.
Zwei Schaltflächen stehen unter dem Zustand:
Sie behalten das letzte Wort. Die angelegte Aufgabe trägt in der Spalte Notiz einen Hinweis, dass Mail Log sie pflegt. Entfernen Sie diese Notiz, gehört die Aufgabe Ihnen: Mail Log ändert dann weder ihren Takt noch ihren Zustand und zeigt sie nur noch an. So können Sie zum Beispiel einen Cron-Ausdruck hinterlegen, den die Auswahlliste nicht anbietet.
Die Ansicht Rückmeldungen
Unter Mail Log → Rückmeldungen steht, was zurückkam: Zeitpunkt, Art, Empfänger, Statuscode, die Begründung des fremden Servers im Wortlaut und die zugeordnete Nachricht. Unter dem Empfänger steht der ablehnende Server, sofern er genannt wurde; ein rotes Gesperrt zeigt, dass die Adresse bereits auf der Sperrliste steht.
Filtern können Sie nach Art, Zeitraum und Freitext; die Suche geht über Empfänger, Betreff, Begründung, Statuscode und Nachrichtenkennung.
Zwei Schaltflächen stehen unter der Liste:
Wie eine Meldung ihrer Nachricht zugeordnet wird
Mail Log versucht zwei Wege, in dieser Reihenfolge:
Der zweite Weg kann danebengreifen — deshalb ist er der zweite, und deshalb bleibt eine Meldung lieber ohne Zuordnung: Sie steht dann mit dem Vermerk Nicht zugeordnet in der Liste. Das ist ehrlicher als eine falsche Zuordnung, die niemand mehr bemerkt. Ein größeres Fenster erhöht die Trefferquote und gleichzeitig die Zahl der Fehlgriffe.
Auch nicht zugeordnete Meldungen zählen mit. Sie entstehen zum Beispiel, wenn der ursprüngliche Log-Eintrag inzwischen von der Aufbewahrung entfernt wurde oder die Nachricht vor der Installation von Mail Log hinausging.
Im Log und im Dashboard
Als Faustzahl gilt: Unter einem Prozent ist unauffällig, über zwei Prozent sollten Sie die Empfängerliste ansehen. Ausschlaggebend ist aber weniger die Quote als ihre Art — eine Handvoll Beschwerden wiegt schwerer als viele volle Postfächer.
Was mit Post geschieht, die keine Rückmeldung ist
Nichts. Sie wird gelesen, nicht erkannt und liegen gelassen — nicht gelöscht, nicht verschoben, nicht als gelesen markiert, auch dann nicht, wenn „Nach dem Abrufen“ auf Löschen steht. Das Aufgabenprotokoll zählt sie getrennt mit, etwa „12 gelesen, 3 verarbeitet, 9 unangetastet“.
Angesehen wird sie aber nur einmal. Mail Log merkt sich, welche Nachrichten
es schon geprüft hat, und überspringt sie beim nächsten Lauf, ohne sie überhaupt zu holen.
Dafür dienen die dauerhaften Kennungen des Protokolls (bei POP3 UIDL, bei IMAP die
UID) — an der Nachricht selbst ändert sich dadurch nichts.
Warum das wichtig ist. Ohne dieses Gedächtnis läse jeder Lauf dieselbe fremde Post erneut und verbrauchte damit die Höchstzahl je Lauf. In einem Postfach, in dem auch gewöhnliche Mail liegt, hieße das irgendwann: Jeder Lauf holt hundert fremde Nachrichten und kommt an den Rückmeldungen dahinter nie an — ohne Fehlermeldung, mit grünem Zustand.
Die Merkliste wird dabei mitgeführt, nicht angehäuft: Was nicht mehr im Postfach liegt, wird bei jedem Lauf vergessen. Wechseln Sie das Postfach, fängt sie von vorn an.
Kann Ihr Server kein UIDL — das ist selten, die Angabe ist im Standard optional
—, arbeitet der Abruf wie bisher: Er sieht jede Nachricht bei jedem Lauf erneut an. Dann ist ein
Postfach nur für Rückmeldungen die bessere Wahl.